Mürtschenstock - Ruchen   (4,0 bei 21 Bewertungen)    betrachtet: 1448x
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Details

Aufnahmestandort: Mürtschenstock (2441 m)      Fotografiert von: Felix Gadomski
Gebiet: Glarner Alpen      Datum: 22.08.2016
Was einem so ein kleiner 2000er alles abverlangen kann, das haben wir im Sommer am Mürtschenstock festgestellt.

Wir starten um 9.00 Uhr an der Talalp und kommen rasch voran, bringen die Höhenmeter auf Wegen schnell hinter uns. Zum Glück treffen wir den Senner der Alpe Hummel kurz vor dem Einstieg. Der erklärt uns den Weg am Gipfelgrat noch einmal genauestens. Kurz danach gehen die Schwierigkeiten schon los - das Blockfeld mit mittelgroßen Blöcken ist äußerst unangenehm zu gehen und fordert viel Aufwand - zum Glück haben wir die Pickel dabei. Weiter oben wird der Schutt kleinblockiger und rutschiger und so müssen wir auch hier aufpassen, dass wir nicht in heikles Gelände kommen. Dann ist der Bereich der besagten Rinne erreicht, die zum Grat führt. Wir entscheiden uns zunächst für die grasdurchsetzten Hänge und Absätze neben dieser, müssen aber später wieder zurück. Das Ende der Rinne bildet ein brüchiger Absatz, der recht fies daherkommt. Ich verliere meinen Pickel an dieser Stelle und schaffe es aber mit Mühe hinauf - die letzten Meter zur Scharte sind - nötigerweise - mit Stahlseilen versichert - hier geht äußerst steil auf den messerscharfen Südgrat. Erst einmal durchatmen ist eigentlich angesagt, doch dieses lässt einen der Mürtschenstock nicht. Die folgenden grasdurchsetzten Bereiche rechts des Grates sind zwar recht gangbar, aber äußerst ausgesetzt. Hinzu kommt Verwirrung ob der Route. Steinmänner gibt es nicht mehr und so kommen wir erst weiter, als ich einen letzt Anlauf an der Gratostseite unternehme und mich einen Absatz hinaufziehe (II). Danach geht es einfacher weiter, doch die Ausgesetztheit lässt nie nach. Nach einem kurzen Übetritt auf die Westseite gelangt man wieder dann von der Ostseite kommend auf den Gipfelgrat - hier kann man sich aussuchen, ob man unsichere Tritte in einer Rinne oder direkt am Grat möchte - beides fordert mentale Fokussierung wie schon die ganze Zeit. Dann ist es doch geschafft - der Wächter des Walensees ist erklommen. Wir genehmigen uns eine lange Pause zur Erfrischung des Kopfes - der Abstieg in seiner Ausgesetztheit und Brüchigkeit fordert uns noch einmal richtig - in gleicher Zeit wie beim Aufstieg kommen wir nur mühsam voran - im Abstieg behindert der wiedergefundene Pickel zusätzlich. Dann ist es geschafft: Nach 8 h allein nur an der Gipfelpartie verbracht, kommen wir an der Alpe an.

Das hätten wir uns nicht träumen lassen - der Mürtschenstock fordert den Berggeher mental und das während der gesamten Besteigung - es gibt vom Beginn der Rinne bis zum Gipfel nicht einen Punkt, an dem man eine wirklich Verschnaufspause machen kann. Dabei ist die Kletterei nie schwierig - nur die Ausgesetztheit und Brüchigkeit machen diese Unternehmung stets ernst - eine grandiose Erfahrung.

17 Hochformate mit der Canon EOS 550D - Tamron 17-50 VC

17mm (27mm KB) - f/9 - 1/400 - ISO 100

Kommentare

Eine Superleistung und grandioses Pano!
Bravo Felix !!
LG, Danko.
04.04.2017 17:43, Danko Rihter
Super Pano, tolle Story, kann ich nur zu gut nachempfinden. So ähnlich fühlte ich mich u.a. auf der Vorderseespitze letztes Jahr auch...
04.04.2017 22:21, Johannes Ha
Hut ab, das klingt nach einem grandiosen Bergerlebnis. Ich kannte diesen Berg bisher nur vom Beschriften meiner Schwarzwald Panoramen.
05.04.2017 09:57, Jens Vischer
Das ist ja schon eine abenteuerliche Geschichte. Es ist bekannt, dass der Mürtschenstock nicht besonders solides Gestein aufweist, was hat euch da gereizt die Tour doch zu machen? LG. Bruno
05.04.2017 19:36, Bruno Schlenker
Hut ab vor dieser Leistung Felix, für mich wäre das Nichts...

VG
Gerhard
05.04.2017 19:43, Gerhard Eidenberger
Tolle Kombi... 
...von Bild und Text, deinem Begleiter ist die Erleichterung förmlich abzuspüren!

lg Fredy
06.04.2017 10:54, Fredy Haubenschmid
Vielen Dank an die wenigen, die mein Panorama beachtet und kommentiert haben. Freue mich sehr über den Zuspruch. Der Mürtschenstpck ist ja als Landmarke von vielen Punkten aus den alpen aber auch aus dem Vorland sichtbar. So entsteht ein großer Reiz, diesen Berg einmal zu besteigen, auch wenn der Klettergenuss in der Tat etwas kurz kommt (nur ganz gelegentlich mal ein schöner Griff).
09.04.2017 21:11, Felix Gadomski
Walensee und Wächter 
Im Dezember 2015 bin ich einmal von Osten kommend auf der A3 am Walensee vorbei in Richtung Oberer Zürichsee gefahren. Mystisch waberte der letzte Nebel im Sonnenlicht über dem See. Und die markanten Gipfel über dem Walensee vielen mir sofort auf - oder wieder ein? Ich hatte keine Ahnung wie sie hiessen, dachte mir aber, die kenne ich doch irgendwoher. Wieder Zuhause fand ich dann die Lösung und meine Erinnerung korrekt. http://alpen-panoramen.de/panorama.php?pid=5398 Bestimmte "Wächter" lassen sich manchmal ungern erklimmen, ist auch gut so. Der Mensch muss ja nicht auf jeden Berg eine Straße oder Seilbahn rauf bauen. Und meistens stimmt es dann doch: Der Weg ist das Ziel!
09.04.2017 22:13, Jannis Gligoris
R E S P E K T 
10.04.2017 00:01, Christoph Seger
Glückwunsch zur Tour! Tolles Leistung und dazu noch dieses schöne Pano mit Tiefblock - gigantisch.
10.04.2017 23:17, Adri Schmidt
Ja, lass Dich nicht mit den Glarnern ein!
Es hat immer einen "Knüppel" parat!
Und wenn alles überwunden ist, dann liebst Du sie!
Verspätete Grüsse aus "Sichtweite"!
Walter
12.04.2017 00:09, Walter Schmidt

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Felix Gadomski

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