Steiniges Farbenspiel   8604
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1 Pizzo Tambo, 3.279m
2 Rheinwaldhorn, 3.402m
3 Piz Surgonda, 3.197m
4 Piz Traunter Ovas, 3.151m
5 Tschima da Flix, 3.302m
6 Piz Picuogl, 3.333m
7 Piz Suvretta, 3.144m
8 Piz Calderas, 3.397m
9 Piz d'Err, 3.378m

Details

Location: Piz Nair (3055 m)      by: Jens Vischer
Area: Bernina Alpen      Date: 27.08.2020
Während meiner Tage im Engadin letzten Sommer gab es eine Ecke, die mir aufgrund der sehr bunten Farben immer wieder ins Auge stach, und zwar der Bereich von Piz Surgonda, Tschima da Flix und Piz Picuogl.

Namen, die mir bis dato ehrlicherweise nicht viel sagten, aber mich durch diese Farbenpracht fast ein wenig zurück an die herrlichen Berge im bolivianischen Hochland erinnerten.

14 QF Aufnahmen mit EOS 5D Mark III á 300mm, f9, 1/500s, ISO100, 10.36 Uhr, PTGui Pro

Comments

Ja, natürlich. Wie Bolivien. Sehr gute Assoziation.

Bunte Farben durch vulkanische Aktivität. Geologie ist nicht meine Stärke (viel zu komplex ...) aber wenn ich das richtig begreife, dann ist das der "Err-Decke-Komplex", Paläozoikum, auf www.strati.ch so beschrieben:

"Tieferer tektonischer Teil des Unterostalpins. Stratigraphisch charakterisiert durch spät- bis postvariszische kalk-alkalische Intrusiva (Typ «Albula-Granit») und Extrusiva (Nair-Porphyroid), sowie eine geringmächtige Mesozoische Sedimentbedeckung mit frühjurassiche kieselreiche Kalke (Agnelli-Fm.) und mitteljurassische, syn-rift, kristallin-führende Brekzie (Saluver-Gr.)."

also ein wunderbares Durcheinander. Ganz so wie wir es eben sehen.

Ich werde es nie begreifen, daher bestaune ich es einfach.

LG Christoph

PS: Ähnlich bunt sind die Tauern. Auch da - fensterartiger Einblick in alte Berge ....

PPS: Darstellung mit kleiner Schubraupe. Maschinen-Vergleiche helfen immer. http://geo-life.ch/wp-content/uploads/2015/10/4.-Auffaltung-der-Alpen-und-Metamorphose.ppt.pdf

https://www.steinmann.uni-bonn.de/institut/bereiche/endogene-prozesse/arbeitsgruppen/strukturgeologie/lehre/wissen-gratis/geologie-der-alpen-teil-1
2021/05/05 11:15 , Christoph Seger
Danke für die Recherche, sehr interessant zu lesen.
2021/05/06 08:41 , Jens Vischer
Sehr schön, auf einigen der hier sichtbaren Gipfel war ich schon oben.
2021/05/06 09:11 , Johannes Ha
Ich empfehle... 
... den Aufstieg vom Julierpass - beim Parkplatz etwa 2200Hm - über die Fuorcla d'Agnel hinunter zur Chamanna Jenatsch; man läuft mitten durch die Farbenpracht. Dann am nächsten Tag über den Vadret Calderas von Süden auf den Piz Calderas: ein Berg mit ziemlicher Prominenz und toller, nur durch den Piz Platta im Westen unmassgeblich gestörter Sicht in alle Richtungen. Hinunter zum Sattel des Vadret Calderas und hinauf zur Tschima da Flix, dann nach Süden zur Fuorcla d'Agnel und weiter zum Piz d'Agnel. Zurück zur Fuorcla und nach Osten möglichst hoch wieder durch die Farben über den Agnel-Gletscher zur Fuorcla d'Agnel und zurück zum Julierpass.
3 Gipfel an 1 Tag, Aussichten von der Wildspitze über Ortler, Bernina, Bergell bis Rheinwaldhorn und Walliser und Berner, Urner und Glarner bis zum Rätikon; hinunter ins Oberhalbstein und Engadin. Lohnende 2 Tage....
2021/05/06 19:52 , Rudolf Schödl
Klingt sehr vielversprechend, das werde ich mir merken. Vielen Dank für den Tipp!
2021/05/07 08:08 , Jens Vischer
... so sind wir damals auch auf den Piz Calderas - mit Übernachtung auf der Chamanna Jenatsch.
2021/05/07 09:45 , Hans-Jürgen Bayer
Jetzt wollte ich eigentlich nur das schöne Pano von der beeindruckenden Landschaft genießen, stattdessen haben ich über Christophs Links wieder etwas mehr über Geologie und Erdgeschichte gelernt. In der Gegend hier war ich bisher nur im Winter, da ist die Farbenprach unter dem Schnee verborgen. VG Martin
2021/05/08 20:56 , Martin Kraus
Das finde ich ja gut, Jens, daß Dir bei Deiner Fotografiererei auch solche Sachen auffallen und Du davon ein kleines Panorama gemacht hast. Und daß Christoph gleich dazu einige wissenschaftliche Untermauerungen geliefert hat, hat mir auch gefallen, insbesonders das Vorlesungsskript von Prof. Froitzheim.
Mir ist dann zu dem Ganzen noch eingefallen, daß es solche rotgefärbte Aufschlüße direkt am Piz Nair gibt, und zwar im Gipfelbereich bis auf ca. 2800 m hinunter. Um das zu dokumentieren, habe ich mal dieses Bild vom 8.8.2005 aufbereitet: https://photos.app.goo.gl/gALMUUMQtBE5xkDt6.
Dazu gibt es noch eine ganz besondere Ergänzung von noch früheren Wanderungen auf den Piz Nair, als wir die herrliche Blumenwelt fotografierten. Aus einigen dieser Bilder hatte ich mal diesen "Alpenblumen-Reigen" https://www.alpen-panoramen.de/panorama.php?pid=7652 gemacht. Dort sind neben den Blumen auch die Steine zwischen denen sie sprießen zu sehen. Besonders fällt da das Gestein auf, das um die Alpen-Mannsschilde und die Kurzblättrigen Enziane ganz rechts auftritt.
2021/05/12 20:09 , Heinz Höra

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